Stellungnahmen des BPAV zur Arzneimittelpreisverordnung (AmPreisV)

Die Vorzüge der Arzneimittelversorgung und des Medikationsmanagements mit Blick auf das Verblistern sind im Zuge von Modellvorhaben hinlänglich bewiesen worden. Hinsichtlich der AmPreisV gibt daher der Bundesverband Patientenindividueller Verblisterer folgende Stellungnahme an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ab.

Im Wesentlichen schließt sich der BPAV der Forderung des BVKA (Bundesverband der klinik- und heimversorgenden Apotheken) an, die Verordnung wie folgt zu ändern:

In § 1 Abs. 3 werden nach Satz 2 folgende Sätze 3 und 4 angefügt:

"Wird im Rahmen der Arzneimittelversorgung nach § 12a Apothekengesetz das verordnete Fertigarzneimittel in patientenindividuell gestellten oder verblisterten Teilmengen abgegeben, so gilt der Apothekenabgabepreis des verordneten Fertigarzneimittels nach § 3 Absatz 1 Satz 1, soweit keine abweichende Vereinbarungen zwischen Apotheken oder ihren Verbänden und Sozialleistungsträgern, privaten Krankenversicherungen oder deren Verbänden oder mit stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen oder deren Verbänden getroffen wurden. Die Vereinbarungen haben das Verfahren für die Berechnung der Apothekenabgabepreise einschließlich der Zuschläge für die patientenbezogene manuelle oder maschinelle Neuverpackung des Fertigarzneimittels für bestimmte Einnahmezeitpunkte des Patienten in einem wieder verwendbaren oder nicht wieder verwendbaren Behältnis sowie das damit verbundene Medikamentenmanagement zu regeln."

Dieser vorgeschlagene Preisanker zusammen mit den angepassten Verhandlungsoptionen der Apotheken würde der patientenindividuellen Neuverblisterung die Chance eröffnen, sich in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen weiter zu bewähren.

Unabhängig davon hat der BPAV bereits Anfang vergangenen Jahres ein konkretes Preismodell (auf Anfrage) für die Verblisterung vorgeschlagen. Dieses Vergütungsmodell basiert auf Berechnungen hinsichtlich eines möglichen Auslagerungsvolumens für die von uns gebotene pharmazeutische Dienstleistung hin zur Dienstleistungsgemeinschaft Apotheke/Blisterzentrum. Darin kommen wir zu dem Ergebnis, dass sich gesamtsystemisch betrachtet sogar eine Einsparung von ca. 95 Mio. Euro allein in der stationären Pflege durch Einführung der patientenindividuellen Verblisterung ergeben kann. 

Mit Blick auf Abrechnungsmöglichkeiten innerhalb der AmPreisV ist es aus BPAV-Sicht nicht nachzuvollziehen, warum die Verblisterung die einzige Ausnahme sein soll. Für alle anderen Abrechnungsfälle gilt die Verordnung oder es kommt alternativ eine Hilfstaxe zum Tragen.

Die Regelung dieser Frage böte zudem den Vorteil, dass sich Apotheken nicht mehr in der Grauzone des Verstoßes gegen § 7 des Heilmittelwerbegesetzes bewegen müssten. In Anbetracht der tendenziellen Marktunterlegenheit gegenüber großen (konzernähnlichen) Heimträgern, bleibt der Apotheke oftmals keine andere Möglichkeit als über den „Rabatt“ für die Dienstleitung des Verblisterns zu gehen, wenn sie heimversorgend arbeiten möchte.

Das Fehlen dieser in der Arzneimittelpreisverordnung vorgesehenen Preisvereinbarungen darf als zentrales Hindernis für die schleppende Umsetzung der gesetzlichen Möglichkeiten hin zu einem blistergestützten Medikationsmanagement in der Heimversorgung gelten.

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