27.04. 2012 | Pressemitteilung

LAFIM-Symposium fördert Diskussion um Verblisterung

Berlin/Potsdam - Der LAFIM hat erstmals in Brandenburg die zentralen Akteure der geriatrischen Pharmazie an einen Tisch gebracht. Der BPAV hat wegen des Themas patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung, das innerhalb der geriatrischen Pharmazie eine entscheidende Rolle spielt, dieses Symposium inhaltlich und finanziell unterstützt.

Mit über 80 Teilnehmern aus Berlin, Brandenburg und dem Bundesgebiet war das Arzneimittel-Symposium am 24. April 2012 im Potsdamer Mercure Hotel ausgebucht. Das Feedback der Anwesenden war sehr positiv: Die Veranstaltung habe genau das Thema getroffen und die wichtigen Akteure der geriatrischen Pharmazie zusammengebracht.

Die Fachreferenten haben eindrucksvoll die Besonderheiten ihrer Profession in Bezug auf die Versorgung von älteren und teilweise multimorbiden Patienten dargestellt. Prof. Dr. med. Frank Naumann, Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie sowie Chefarzt des Ev. Krankenhauses „Gottesfriede“ in Woltersdorf und Sprecher der AG Geriatrie Brandenburg hat die Arzneimittelversorgung in der stationären Altenpflege aus dem Blickwinkel der Altersmedizin beleuchtet und auch auf die Gefahr der häufigen Fehlverordnungen hingewiesen. Seine Botschaft in Bezug auf Medikamentenverordnung: „Weniger ist oft mehr“. Elisabeth Thesing-Bleck, Fach-Apothekerin für Geriatrische Pharmazie schaute aus ihrem Blickwinkel auf das Thema. Wichtig sei vor allem die Kommunikation aller Beteiligten, sagte sie und wies auf die noch immer viel zu häufigen Todesfälle durch Medikationsfehler hin. Dr. Marc Lehmann, Facharzt für Allgemeinmedizin und LAFIM-Einrichtungen versorgender Arzt hat eindrucksvoll aus der Praxis eines Arztes in Pflegeeinrichtungen berichtet und neben den qualitativen Verbesserungen auch auf „Stolpersteine“ bei der Einführung von Verblisterung hingewiesen. Der Kommunikationsprozess wird durch Einführung eines Medikamentenmanagements verbessert, die Verblisterung ist ein wichtiger Schritt dabei. Über die Risiken bei der Arzneimittelgabe und die Organisation der Verblisterung hat Dr. Ralf Alhorn, Apotheker in Potsdam, berichtet. Durch die Kontrollinstanzen bei der Verblisterung vom Apotheker über das Blisterzentrum bis hin zur Pflegefachkraft geht die Fehlerquote gegen Null. Vor dem Hintergrund von Wechselwirkungen bei der Arzneimittelvergabe, wies auch er noch einmal darauf hin, wie wichtig die Kommunikation zwischen allen Beteiligten sei. Habe er zu seiner Examenszeit noch 300 Wechselwirkungen beherrschen müssen, seien es heute 36.000. Das im Blick zu haben, gelingt nur durch ein modernes Medikamentenmanagement.

Der LAFIM hat flächendeckend in rund 30 Seniorenzentren im Land Brandenburg die Verblisterung eingeführt. Im Gespräch berichtete Enrico Triebel, juristischer Vorstand der LAFIM-Gruppe, über die Einführung und damit auch über die rechtlichen Aspekte, wie z.B. Haftungsfragen, die bei einem in dieser Größe angelegten Projekt eine Rolle spielen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion gab es einen fairen und sachlichen Austausch aus unterschiedlichen Blickwinkeln, auch heikle Themen, wie die zukünftigen Möglichkeiten der Finanzierung von Verblisterung wurden nicht weggelassen. Es entstand ein lösungsorientierter Austausch, der deutlich machte, dass auf Seiten der Politik als auch der Kostenträger noch wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, wie z.B. die Honorierungsfrage mit Blick auf die patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung.

An dieser Stelle hakte der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann, der auch Podiumsgast war, konkreter ein: Zum einen müsse ganz deutlich gemacht werden, dass Qualität seinen Preis habe, so Holdermann. Zum anderen gebe es bereits heute mit § 7 des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) eine klare Regel, die Rabattierungen auf bestimmte pharmazeutische Dienstleistungen wie die Verblisterung ausschlössen. „Nichtsdestotrotz, müssen wir alle hier am Tisch weiter über Lösungen nachdenken. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Symposium des LAFIM einen wertvollen Beitrag zur weiteren Diskussion um den Wert und den Nutzen der patientenindividuellen Arzneimittelverblisterung geleistet hat“, sagte Holdermann am Ende der Veranstaltung. Der BPAV wurde Ende 2009 gegründet. Dem Verband gehören Unternehmen an, die nach deutschem Recht (§ 13 AMG) patientenindividuelle pharmazeutische Blister herstellen dürfen. Der Verband hat neun Blisterzentren und acht fördernde Partner als Mitglieder.


Ansprechpartner:
Udo Sonnenberg, BPAV Geschäftsstelle
Tel. 030 - 847 122 68-15
Email: presse@blisterverband.de

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