07.06.16 | Pressemitteilung: Über 50% der Heimbewohner erhalten keine ordnungsgemäße Medikation

Berlin, 7. Juni 2016 - Der Bundesverband patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV) reagiert auf die Veröffentlichungen von DIE WELT und Correctiv.org. Sechs Reporter und Programmierer haben monatelang ausführliche Pflegedaten zusammengetragen, analysiert und sind in der vergangenen Woche damit an die Öffentlichkeit gegangen. Das Ergebnis: alarmierend.

Jährlich prüfen die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) die Pflegeheime in Deutschland. In der Vergangenheit ist immer wieder Kritik am Schulnotensystem der Pflegenoten von 1-6 laut geworden. Eine objektive Bewertung der Häuser sei aufgrund dieses Bewertungssystems nicht möglich. Ein gut lesbarer Speiseplan kann beispielsweise eine mangelnde Medikamentengabe „ausgleichen“.

„Die jüngsten Veröffentlichungen sind erschreckend“, sagt BPAV-Chef Hans-Werner Holdermann. „Wir haben die teilweise unhaltbaren Zustände mit Blick auf das manuelle Stellen, das händische Teilen von Medikamenten und die unzureichende Kontrolle beim Stellen selbst und hinsichtlich der Arzneimittel-Wechselwirkungen immer wieder kritisiert“, führt Holdermann weiter aus. „Wenn ich jetzt lese, dass über die Hälfte aller Pflegeheime in Deutschland weiterhin teils gravierende Fehler bei der Medikamentengabe aufweisen, war und ist unsere Forderung nach einer flächendeckenden Portionierung  der individuellen Medikation der Patienten durch Spezialisten dringender geboten denn je. Es ist nun auch graphisch offensichtlich gemacht worden, daß die Gefährdung von Menschenleben dort deutlich geringer ist , wo über Arzneimittelherstellungsbetriebe in Zusammenarbeit mit den Apotheken die Portionierung der Medikation vorgenommen wird,  so der BPAV-Vorsitzende. "Diese Tätigkeit gehört in die Hand von Arzneimittelfachleuten".

Der Verband hat mehrfach Erhebungen durchgeführt und die Ergebnisse publiziert: Während beim manuellen Stellen etwa 1 Fehler auf 100 Tabletten/Arzneimittel kommen, liegt die Fehlerquote beim maschinellen Verblistern bei 1 zu einer Million. Der Zugewinn an Pflegequalität insgesamt im Lande wäre enorm laut BPAV. Außerdem geht die Hospitalisierungsrate aufgrund von schweren Medikationsfehlern deutlich zurück.

Der BPAV wurde Ende 2009 gegründet. Dem Verband gehören Unternehmen an, die nach deutschem Recht (§ 13 AMG) patientenindividuelle pharmazeutische Blister herstellen dürfen. Der Verband hat 14 Blisterzentren und acht fördernde Partner als Mitglieder.

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Pressekontakt BPAV:
Udo Sonnenberg, BPAV-Geschäftsstelle, 

Tel: 030 - 847 122 6815

E-Mail: berlin@blisterverband.de

 

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